Koerper, Seele, Mensch by Bernd Hontschik

Koerper, Seele, Mensch by Bernd Hontschik

Author:Bernd Hontschik [Hontschik, Bernd]
Language: deu
Format: epub
ISBN: 9783518458181
Publisher: Suhrkamp Verlag KG
Published: 2006-06-14T22:00:00+00:00


7. Wundheilung:

Gerinnungssystem oder Zeichensystem

Jeder Mensch hat eine Vorstellung davon, was eine Wunde ist. Jeder Mensch fürchtet sich davor, verwundet zu werden. Und es wird kaum jemanden geben, der nicht selbst schon eine Verletzung, eine Wunde erlitten hat. Aber was genau ist eine Wunde – von seelischen Wunden einmal abgesehen?

Den Vorgang der Wundheilung muß man schon fast als ein Wunder bezeichnen, auch wenn die »Wunde« sprachgeschichtlich gesehen nichts mit einem »Wunder« zu tun hat; das Adjektiv »wunt«, das erstmals im 9. Jahrhundert im Althochdeutschen auftaucht, ist wahrscheinlich eine Mischung aus dem altenglischen »waen« (eine durch einen Schlag verursachte Geschwulst oder Beule) und dem walisischen »gweint« (»ich durchbohrte«), so daß sich bis zum 16. Jahrhundert in der deutschen Sprache die Bedeutung von »wund« als »durch Schlagen verletzt« durchgesetzt hat. Im heutigen Sprachgebrauch bezeichnet man mit dem Wort Wunde jede offene Hautverletzung, unabhängig davon, ob sie zum Beispiel durch einen Schlag oder auf andere Art entstanden ist.

Neben den Wunden, die absichtlich, mit Bedacht und geplant gesetzt werden – nämlich bei Operationen –, gibt es auch diejenigen Wunden, die nur langsam oder gar nicht heilen, also chronisch sind (griechisch: chronikós – zeitlich langsam). Die chronischen Wunden entstehen durch eine Wundheilungsstörung. Eine ungestörte Wundheilung verläuft der chirurgischen Lehre zufolge in drei Phasen, die zeitlich überlappend ablaufen:

Das Wunder der Wundheilung



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